Aktuelle Vereinsaktivitäten
Im Jahr 2012 sind wieder eine Reihe Vorträge, Wanderungen und Fahrten geplant. Schauen Sie in unser neues Jahresprogramm!
Sie können das Programm und die Mitteilungen "Rund um die Wälle" am Ende der Seite herunterladen und ausdrucken.
100 Jahre Straßennamen in Lemgo - Radtour zu den interessantesten Straßen

1912, also vor einhundert Jahren, beschloss der Rat der Alten Hansestadt,
dass alle Straßen in der Stadt einen Namen bekommen und die Häuser
fortlaufend durchnummeriert werden und zwar vom Zentrum ausgehend mit
jeweils der Nr. 1 fortlaufend in Richtung Stadtrand. Ungerade Zahlen auf der
linken Straßenseite, gerade Zahlen auf der rechten Seite.
Die zunehmende Einwohnerzahl und neue Häuser im Bau machten
einen logischen Aufbau nötig, damit auch Fremde, Briefe, Pakete ihre Adressaten
finden konnten. Seit dem Siedlungsbeginn und während der mittelalterlichen
Stadtentwicklung hatte es solch einer übersichtlichen Ordnung nicht bedurft.
Erst bekamen die Höfe und Häuser einen Namen, der mit entsprechendem
Symbol an der Fassade oder auf einem Schild nach außen deutlich wurde. Noch
heute sind das Haus zum Walfisch in Freiburg, zum Herd in Erfurt oder das Chilehaus
in Hamburg solche Beispiele. Auch in Lemgo kennen wir Bezeichnungen wie das
Haus zur Sonne oder den Lippe Hof. Mit Beginn der Grundbuchaufzeichnungen
erhielten alle Gebäude zwar fortlaufende Nummern, aber in Reihenfolge ihrer Baujahre,
was einem Fremden auf der Suche wenig half.
Das kleine Dorf Rhiene hat sich bis heute diese Art der Nummerierung bewußt
erhalten und keine Straßennamen eingeführt; die Bewohner hatten Angst dass
der Name des Dorfes dann untergehen würde!
Im Lemgo hatte man noch eine Zwischenlösung gefunden, um die Suche nach
den Familien oder Häusern innerhalb der Stadttore zu erleichtern. Die Ackerbürgerstadt
hatte das Stadtgebiet innerhalb der Wälle in 6 Bauernschaften aufgeteilt:
Marien-Bauernschaft, Heilig Geist Bauernschaft u.s.w.
Ab 1912 wurde dann die neue Ordnung verbindlich, nicht zuletzt weil Lemgo
ca. 10 000 Bürgerinnen und Bürger zählte und mehrere tausend Häuser umfasste.
Auf Eichenpfählen wurden Holzschilder an jeder Straße aufgestellt. Natürlich von
Schreinern aus Holz gefertigt und von Malern erst weiß grundiert und dann in Fraktur
mit schwarzer Farbe beschriftet. Ein letztes derartiges Straßenschild (mit Dach) ist
am Haus Bismarckstraße 42, kurz vor der Kreuzung Siebenlinden, noch zu besichtigen.
Allerdings stehen an der Breiten Straße noch auf einigen der blauen Straßenschilder
die alten Zusätze zur Erinnerung:“ HB“ für Heiliggeist Bauernschaft und „MB“ für Marien
Bauernschaft.
Unter den fast 700 Namen im Lemgoer Straßenverzeichnis
tauchen natürlich viele Städte, historisch bedeutsame Personen, Musiker, Blumen
u.a.m. auf. Historisch interessant sind jedoch alte Flurbezeichnungen ( z.B.
Alter Knick, Rickerodweg) oder schön klingende Straßennamen , deren Bedeutung
sich erst bei einer Erläuterung erschließt: Altstadtscharren, Gantengabel,
Finkenpforte, Himmelshaupt, Fillekuhle…. U.a. sind solche Beispiele.
Die Radwandergruppe Alt Lemgo wird zum 100 – jährigen Jubiläum der Beschilderung
der Stadt Lemgo eine Radtour machen, um besonders „interessante“ Straßennamen
am Schild zu erläutern.
Start ist am Mittwoch, 2. Mai 2012 um 17.00 Uhr am Regenstor
zu einer zweistündigen Stadt-Rad-Tour. Nachfragen beantwortet jederzeit und
gern Udo Golabeck 0175 5271405.
Frühjahrsputz 2012

Beim großen „Frühjahrsputz“, dem Einsammeln von Müll am Wegesrand in der Alten Hansestadt, waren viele Gruppen den Samstag über unterwegs. Bergeweise wanderten leere Flaschen, Zigarettenschachteln, Kunststoffverpackungen bis hin zu Autobatterien und Farbdosen in die blauen Plastiksäcke. Die Aktiven von Alt Lemgo (im Photo Hannes Donath, Eckhard Simon und Karl Schölpert, ergänzt von weiteren Vorstandsmitgliedern) suchten am Regenstor, insbesondere rund um die Bastion und das Gartenhaus im Rembken den Unrat zusammen. Danach waren das Umfeld des Junkerhauses an der Hamelner Straße dran. Insbesondere der kleine Baumbestand zwischen Nachtigall und ehemaliger Brauerei war eine „Fundgrube“. Offenbar entsorgen hier viele im Vorbeigehen oder –fahren ihren Müll in die Natur.
Die Belohnung für das häufige Bücken im Regen und die dreckigen Hände war die Erbsensuppe aus der Gulaschkanone, die der Bürgermeister auf dem Bauhof spendierte. Viele zufriedene Gesichter versammelten sich zur Mittagszeit an den Tischen und Bänken, auf denen kühle Getränke und der warme Schlag aus dem großen Topf warteten.
Es hat Spaß gemacht….
