Aktuelle Vereinsaktivitäten

Ein Urgestein des Vereins Alt Lemgo ist von uns gegangen - Karl Schölpert (* 22. Januar 1932 † 13. März 2021)

 

Geboren wurde er 1932 in Schlesien. Nach seiner Schulzeit absolvierte er eine Malerausbildung, bildete sich an der Malerschule in Lemgo weiter, wurde Lehrer an der Berufsschule in Lemgo und hat viele Jahre am Berufskolleg am Lüttfeld als Lehrer gearbeitet.

 

1967 begann seine Mitarbeit im Verein Alt Lemgo, erst als Mitglied der Arbeitsgruppe „Verschönerungen unserer historischen Häuserfronten“ und seit 1968 als Fachmann für Farbgestaltung, Hausfassadengestaltung und Restaurierung. 1969 wurde er in den Vereinsvorstand und 1985 zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Diese Aufgabe nahm er bis 1997 wahr. 2019 zog er sich aus dem Vorstand zurück.

 

Ein Anliegen, das ihm besonders am Herzen lag, war die Farbgestaltung der Lemgoer Hausfassaden, für die er immer mit großer Professionalität und Überzeugungskraft eintrat. Sein Bericht zum 80-jährigen Vereinsjubiläum über „Stadtbildpflege und Erhaltung historischer Bausubstanz“ in Heimatland Lippe zeigt dieses eindrucksvoll auf. Karl Schölpert hat das Erscheinungsbild der Häuser in unserer Alten Hansestadt Lemgo mit großer Kompetenz entscheidend mitgeprägt und oftmals selber den Pinsel in die Hand genommen.

 

Sein weiteres persönliches Interesse und Engagement galt Karl Junker und dem Junkerhaus. Nicht nur die Sicherung und Katalogisierung der Junkerarbeiten in den 1970er Jahren sind hier zu nennen, sondern auch sein unermüdlicher Einsatz für die Renovierungsmaßnahme und dem Zustandekommen des Junkermuseums. Er leitete über viele Jahre den Arbeitskreis „Karl Junker“ und stand den Interessierten mit Rat, Tat und Führungen zur Seite.

 

Bei vielen Projekten des Vereins brachte er sich tatkräftig mit seinem Fachwissen ein, wie bei den Renovierungsarbeiten an der Ölmühle in Brake sowie des Vereinshauses in der Breiten Straße, bei den Arbeiten an der Bastion am Regenstor, am Gartenhaus im Rembken sowie an vielen anderen größeren und kleineren Vereinsarbeiten.

 

Wo immer es etwas zu gestalten, zu malen und zu beschriften gab, war er der Adressat. Er trat energisch für die seine Arbeit ein, motivierte, holte Leute „mit ins Boot“ und setzte auf einen gemeinschaftlichen Konsens.

 

Für seine ehrenamtliche Arbeit zählte er keine Stunden und auch keine eigenen Kosten. Er war ein unermüdlicher Arbeiter in Sachen Ehrenamt im Verein Alt Lemgo. Möglich war dieses auch durch die unermüdliche Unterstützung seiner Frau Margret. Für seine Arbeit wurde er mit der silbernen Rose des Lippischen Heimatbundes und 2017 mit der Sternheim-Auszeichnung der Stadt Lemgo geehrt.

 

Wir als Verein Alt Lemgo verlieren mit ihm nicht nur ein langjähriges verdientes Mitglied, sondern auch einen Freund und engagierten Ehrenamtlichen.

 

Dr. Hans-Otto Pollmann

(1. Vorsitzender des Vereins Alt Lemgo e.V.)

 

Lemgo auf dem Weg in die Moderne

Liebe Vereinsfreunde,

 

Corona hat uns alle im Griff.

 

Nicht nur unsere Jahreshauptversammlung mit dem Festvortrag im März war davon betroffen. Es hat auch die anderen Gruppen wie die Wanderer, Radfahrer und das Ölmühlenteam getroffen. In den kommenden Monaten sollte es besondere Veranstaltungen für unsere Mitglieder geben, denn wir hätten schließlich unser 100-jähriges Vereinsbestehen zu feiern.

 

Verschiedene Veranstaltungen hatten wir geplant. Sie sind zu Recht abgesagt worden. Öffentliche Veranstaltungen, wie das Strohsemmelfest Ende Juni, an dem der Verein teilnehmen wollte, werden nicht stattfinden. Die Ausstellung im Museum Hexenbürgermeisterhaus, deren Eröffnung für Juli geplant war und mit der der Verein seine Geschichte und seine Mitwirkung in der Stadtbildpflege sowie des kulturellen Lebens der Stadt darstellen möchte, muss verschoben werden. Gleiches gilt auch für die Tagesfahrt nach Rheda-Wiedenbrück und zum Kloster Marienfeld. Auch die Öffnung des Vereinshauses an jedem 1. Samstag im Monat ist bis auf Weiteres ausgesetzt.

 

Die Radfahrer unseres Vereins müssen bis auf ihre Fahrten verzichten. Das gilt auch für das wöchentliche Feierabendradeln. Ähnlich ergeht es der Wandergruppe mit ihren regelmäßigen Wanderungen sowie der Jubiläumswanderung mit dem WDR 5 Ende Juli. Unser Ölmühlenteam, das voller Begeisterung die Planung und Mitwirkung an Veranstaltungen, wie die Öffnung der Ölmühle zum Familienfest im Juni angegangen hat, wird diese jetzt nicht durchführen können.

Bei den Veranstaltungen ab September wird man die Entwicklung abwarten müssen. trotzdem wollen wir nicht untätig sein, auch wenn wir so manches, wenn nicht gar alles von unseren Jubiläumsveranstaltungen auf das kommende Jahr vertagen müssen. Fest halten wir aber an unserem Erscheinungstermin für den 2. Band der Lemgoer Stadtgeschichte „Lemgo 1618-1918 auf dem Weg in die Moderne“. Ebenfalls in Arbeit ist unser Bericht über die Vereinsgeschichte mit mehreren Beiträgen im Heft „Heimatland Lippe“ des Lippischen Heimatbundes. Und vielleicht schaffen wir es, Ende des Jahres ein neues „Gelbes Heft“ fertigzustellen. Falls Sie aus der großen Zahl unserer Vereinspublikationen Lesestoff benötigen, lassen Sie es uns doch telefonisch oder über Email wissen. Wir senden sie Ihnen gern zu.

 

Es ist eine schwierige Zeit, aber sie gibt uns die Möglichkeit, manche Planungen zu ergänzen. Halten Sie uns auch weiterhin die Treue.

 

Ihr

Dr. Hans-Otto Pollmann gemeinsam mit dem Vorstand

(1. Vorsitzender Verein Alt Lemgo e.V.)